Geschichte - Uelde am Haarstrang

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- Schützenverein / Geschichte
 
Schützenverein  -  St. Antonius
Geschichte 
 
 

Im Jahre 1982 feierte der Ort Uelde im Rahmen des Schützenfestes sein 910 jähriges Bestehen. Hieran kann man sicherlich den Stellenwert des Schützenvereins als wesentliche Klammer der verschiedenen Vereinigungen am Ort erkennen.
 
Der Schützenverein gegr. 1867 kaufte ein Jahr nach der Gründung ein eigenes Schützenfestzelt. Dieses wurde im Anschaffungsjahr für eine Leihgebühr von bis zu 20 Talern an die Gemeinden Hirschberg, Menzel, Waldhausen, Hoinkhausen und Altenrüthen ausgeliehen. Die ersten Statuten wurden vom königlichen Landrath – Freiherr  v. Schorlemer- am 14.Juni 1867 genehmigt. Am 08. April 1934 fand eine Generalversammlung des Uelder Schützenvereins statt. Der Nationalsozialismus dringt in den Uelder Schützenverein vor. 

Es wurden folgende Beschlüsse gefasst:

Einführung von regelmäßigen Schießsportübungen.

Beitritt zum Deutschen Schießsportverbund, zum Kreisschützenbund Lippstadt und zum Schützenbund des kurkölnischen Sauerlandes mit Datum vom 05.Juli 1934. Der Jahresbeitrag für die Mitgliedschaft in beiden Vereinigungen beträgt 5 Pfennige je Mitglied. Hinzu kommt eine Haftpflichtversicherungsprämie von 15 Pfennigen pro Jahr und Vereinsmitglied.

Außerkraftsetzung der im Jahr 1867 erlassenen Satzung und Erlaß einer neuen Satzung, in welcher den Erfordernissen des nationalsozialistischen Staates (Führerprinzip) Rechnung getragen wird. Der Oberst wird in Zukunft Schützenvereinsführer genannt. Er wird nicht mehr gewählt, sondern vom Kreisschützenbundführer ernannt. Der Schützenvereinsführer ernennt den Hauptmann, den Adjutanten, den Leutnant den Rendanten und auch den Schießmeister. Das Dritte Reich kennt also keine Wahlen mehr.
                                        
Auf Grund der nationalsozialistischen Auflagen trat der gesamte Vorstand zurück.

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Seit 1963 feiert der SV Uelde sein Schützenfest am zweiten Wochenende im August von Freitag bis Sonntag. Am Freitagabend treten die Schützen im Festzelt zu einem Umzug durch das Dorf an. Danach folgen evtl. Ehrungen. An der Kapelle nehmen Schützenkompanie, Tambourkorps und Blasmusik zum Spielen des großen Zapfenstreichs Aufstellung. Nach dem Zapfenstreich bewegt sich der Schützenzug unter Marschklängen zurück zum Zelt, wo mit den inzwischen eingetroffenen ersten Gästen fröhliche Stunden des Beisammenseins verbracht werden.
 
Am Samstagmorgen feiern die Antoniusschützen und die Dorfgemeinde ein feierliches Hochamt für die Lebenden und Verstorbenen des Schützenvereins. Sobald das Hochamt beendet ist, spielt auf dem Kapellenvorplatz die Musik auf, und der Oberst lässt antreten, um dem Geistlichen Meldung zu machen und ihn zum Schützenfrühstück einzuladen. Im Schützenzelt werden alle Schützen mit runden Geburtstagen auf der Theke hochleben gelassen. Unter Lachen und Scherzen vergeht der Morgen bei frisch vom Faß gezapftem Bier.
 
Um 15 Uhr formieren sich die Schützen wieder in Reih und Glied zum Abholen des Königspaares mit seinem Hofstaat vor der Kapelle. Beim Königspaar angekommen, treten die Königsoffiziere heraus, um das Hohe Paar, dem die Damen des Hofstaats folgen, beim Abschreiten der Schützenkompanie und dem darauf folgenden Festumzug zu geleiten. Der Festzug bewegt sich nun durch das Dorf. Über Speckenheuers Hof führt der Weg vorbei an den Hofstätten Arens-Jäger und Gerken, sodann geradewegs auf die Kapelle zu. Hier gebietet der Oberst Halt. Die Fahnenträger und ihre begleitenden Offiziere nehmen links und rechts am Ehrenmal Aufstellung. Zwei Kranzträger –oft sind es junge Männer, die bei der Bundeswehr ihren Dienst ableisten - holen den Kranz aus der Kapelle und legen ihn, nachdem der Festredner die Totengedächtnisrede gehalten hat, unter den Blasmusikklängen vom „guten Kameraden“ vor dem Ehrenmal nieder.
 
„Eintreten! Rechts um! Im Gleichschritt marsch!“, lauten die nächsten Kommandos, und es geht weiter ins Unterdorf. Das Königspaar mit seiner Ordonnanz und den Damen des Hofstaates nimmt Aufstellung auf dem Bürgersteig gegenüber dem Hofe Baumeister, die Musikkapellen formieren sich zum Spielen des Parademarsches auf der anderen Straßenseite, und im Paradeschritt ziehen die Schützen durch das auf diese Weise gebildete Spalier, das durch viele herbeigeströmte Zuschauer vergrößert wird. Erneut formiert sich der Festzug zum Einzug in das Festzelt. Die Fahnen nehmen mitten auf der Tanzfläche Aufstellung, und die Musik spielt mit einem Walzer auf zum Königstanz. Der zweite Tanz gilt außer dem Königspaar auch den Damen und Herren des Hofstaates.

Damit ist der Höhepunkt des Festsamstages überschritten. Gegen 18 Uhr folgt der Kindertanz zu dem das Königspaar Mengen von Bonbons im weiten Bogen unter die mit ihren Eltern tanzenden Kinder verstreut. Der Abend, zu dem sich viele Verwandte, Bekannte, und Tanzlustige einfinden, dient dem frohen Beisammensein und dem Tanzvergnügen bis in die späten Nachtstunden.
 
Am dritten Tag finden sich gegen 10 Uhr die Schützen zur Vorbereitung auf das Vogelschießen ein. Um 11 Uhr marschieren die Schützen unter die Vogelstange. Bevor das Schießen beginnt, betet der Oberst traditionsgemäß ein Vaterunser. Der König, für den es bald heißt, Abschied von seinem Amt zu nehmen, macht den ersten Schuß als Ehrenschuß auf den geschmückten Holzvogel im Kugelfang. Ihm folgen der Oberst und die Offiziere, bevor das eigentliche Ringen um die Königswürde beginnt. Fällt der Rest des Vogels, so findet sich der glückliche Schütze im Nu auf den Schultern seiner Kameraden wieder, die ihn auf diese Weise, begleitet durch Tuschklänge der Musik, den Zuschauern vorstellen. Im Zelt, vor der angetretenen Kompanie, übergibt der König seinem Nachfolger die Königskette und die übrigen Hoheitszeichen. Damit beginnt ein neues Jahr der Würde und auch der Bürde für ein Regentenpaar.

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Daten aus der Vereinsgeschichte:
 
Kein Schützenfest gefeiert wurde:
   - 1880 wegen der zu nassen Ernte im Vorjahr
   - 1882 aufgrund nicht erhaltener amtlicher Genehmigung
   - 1913 wegen „Trauer“
   - 1915-1918 aufgrund der Kriegsjahre
   - 1923 aufgrund der Inflation
   - 1940-1946 in den Kriegsjahren und dem Nachkriegsjahr
 
   1881 Anschaffung einer neuen Fahne. Sie trägt das Bild des hl. Antonius, des Einsiedlers.
 
   1956 Einweihung des Ehrenmals
Der Schützenverein wird Schirmherr des Ehrenmals an der Kapelle, welches zum Gedenken an die gefallenen Uelder Bürger errichtet worden war. Herr Vikar Würminghausen vollzog die kirchlichen Weihen. Der damals noch bestehende gemischte Chor Uelde umrahmte mit verschiedenen Liedern die Festfeier. Herr Pastor Ottersbach hielt die Festrede. Die Kosten für dieses Ehrenmal in Höhe von 3.200 DM brachten die Uelder Bürger durch Spenden auf. Die Aufbringung der Kosten – sie beliefen sich im Durchschnitt je Familie auf 80 DM, das war ungefähr ein Wochenlohn eines Arbeiters – stellte  keine Schwierigkeiten dar.
 
1967 100 jähriges Bestehen mit Einweihung der neue Junggesellenfahne
 
1982 Schützen- und Heimatfest anlässlich der 910 Jahr Feier Uelde
 
1992 125 jähriges Bestehen des Schützenvereins mit Herausgabe eines Schützenbuches.
 
1996 Einweihung des neuen Bürgerbegegnungszentrums – ehemalige Schule.
Das Gebäude wurde nach langwierigen Verhandlungen von der Gemeinde Anröchte erworben und  vom Schützenverein , größtenteils in Eigenleistung, von Grund auf renoviert- und modernisiert. Hiefür kann man dem damaligen Vereinsvorstand und allen beteiligten Mitgliedern nochmals einen besonderen Dank aussprechen. Die „Schule“, die ursprünglich als Geschäftsräume für ein Hosenhaus, für einen Blumenhandel und zwischenzeitlich als Übergangsheim für Asylanten genutzt wurde steht heute der Uelder Dorfbevölkerung und dem Schützenverein für verschiedene Festivitäten zur Verfügung. 


Weitere Veranstaltungen im Jahresverlauf sind:

- Das Winterfest welches traditionell am Samstag nach dem 17. Jan. –dem hl. Antonius- gefeiert wird.
- Die Jahreshauptversammlung/Generalversammlung jeweils 14 Tage nach Winterfest.
- Der Fastnachtszug/Würste sammeln durchs Dorf am Karnevalsdienstag.
- Der Schnadgang der alle 3 Jahre rund um Uelde stattfindet.
- Teilnahme an der Fronleichnamsprozession, Ausrichtung durch den Schützenring des Kirchspiels Mellrich.
- Das Buschaufsetzen am Samstag vor Schützenfest.
- Das Schützenfest am zweiten Wochenende im August.
- Die Rechnungslage, die traditionell 6 Wochen nach Schützenfest stattfindet.
 
Selbstverständlich nimmt der Schützenverein an der Kreisdelegiertentagung teil, besucht das Kreisschützenfest- bzw. den Kreiswinterball. Soweit in Nachbarvereinen Jubiläen oder in der näheren Umgebung Bundesschützenfeste stattfinden, werden diese ebenfalls besucht. Aktuelle Termine sind dem Dorfkalender zu entnehmen.
 
Wie aus diesen Schilderungen zu erkennen ist, wird in unserem Verein nicht nur fröhlich gefeiert, sondern ganz in Sinne „Glaube –Sitte – Heimat“ auch alter Traditionen gedacht. Der gute alte Brauch, am Begräbnis eines verstorbenen Vereinsmitgliedes mit möglichst zahlreichen Schützen teilzunehmen, hat sich bis heute erhalten.
 
Quellen:
- Heimatbuch zur 910 Jahrfeier Uelde
- Festschrift zum 125 jährigen Bestehen des Schützenvereins Uelde
 
 
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